KLINIQBusinessplan · Vertraulich
Businessplan · Juli 2026

Clinic in a Box für Ästhetikärzt:innen

Die Plattform für den Weg in die eigene ästhetische Praxis — Standort, Ausbau, Geräte, Regulatorik, Software, Marketing und Einkauf aus einer Hand.

MAX RENNEBERG · ANDREA WAGNER — ALS DOCX LADEN ↓

Inhalt

  1. 1 · Executive Summary
  2. 2 · Problem & Opportunity
  3. 3 · Die Lösung: Clinic in a Box
  4. 4 · Markt
  5. 5 · Wettbewerb & Benchmarks
  6. 6 · Geschäftsmodell & Pricing
  7. 7 · Finanzplan
  8. 8 · Go-to-Market
  9. 9 · Team
  10. 10 · Roadmap & Meilensteine
  11. 11 · Risiken & Mitigation
  12. 12 · Quellen

1 · Executive Summary

KLINIQ ist die erste integrierte Gründungs- und Betriebsplattform („Clinic in a Box“) für Ästhetikärzt:innen in Deutschland. Wir bringen approbierte Ärzt:innen in 90 Tagen in die eigene, profitable ästhetische Praxis — mit Standort, Ausbau, Geräten, Regulatorik, Software, Marketing und Einkauf aus einer Hand. Das Modell überträgt das in den USA bewiesene Enabler-Playbook von Moxie (500+ gelaunchte MedSpas, ca. 25,7 Mio. USD Funding) auf den deutschen Markt — angepasst an dessen Regulatorik und mit Ärzt:innen statt Pflegekräften als Zielgruppe.

Das Problem: Ästhetische Medizin ist eines der attraktivsten Felder für die ärztliche Selbständigkeit — reine Privatleistung, keine KV-Bürokratie, nachweislich hohe Margen (M1 Med Beauty: 21,8 % EBIT-Marge, ca. 2,1 Mio. € Umsatz pro Standort). Doch die Gründung ist ein Hindernislauf: 150.000–350.000 € Investment, 9–18 Monate Vorlauf und ein fragmentiertes Geflecht aus NiSV-Fachkunde, Hygieneverordnungen, HWG-Werberecht (verschärft durch das BGH-Urteil vom Juli 2025), GOÄ-Abrechnung und Umsatzsteuerfragen. Es gibt Berater für jedes Einzelproblem — aber keinen integrierten Anbieter.

Die Lösung: KLINIQ bündelt fünf Module: (1) LAUNCH — schlüsselfertige Praxisgründung in 90 Tagen; (2) OS — der Software-Stack für Booking, Foto-Dokumentation, GOÄ-Abrechnung und Patientenakte; (3) GROWTH — HWG-konformes Marketing nach dem Kalia-Lab-Playbook; (4) SUPPLY — Einkaufsgemeinschaft für Toxine, Filler und Geräte mit 20–35 % Ersparnis; (5) ACADEMY — Training und Community.

Warum wir: Das Gründerteam hat mit Kalia Lab (3,9 Mio. € Seed, Tengelmann Ventures/YZR Capital) drei ästhetische Kliniken in Hamburg, Berlin und Düsseldorf aufgebaut und den ersten Standort profitabel gemacht. Max Renneberg (Co-Founder & Geschäftsführer Kalia Lab, Seriengründer) und Andrea Wagner (VP Growth Kalia Lab) kennen jeden Schritt des Klinik-Aufbaus aus eigener operativer Erfahrung — genau das Wissen, das KLINIQ produktisiert.

Geschäftsmodell: Transparentes Pricing statt intransparenter Umsatzbeteiligung (bewusste Differenzierung zu Moxie): 29.000 € Launch-Paket, 990–1.990 €/Monat Plattform-Fee, plus Einkaufsmarge im Modul SUPPLY. Ein aktiver Standort generiert im Reifezustand ca. 30–40 T€ Plattformumsatz pro Jahr bei hoher Bruttomarge.

Der Plan: 10 Launches im Jahr 1, kumuliert 100 Partner-Praxen bis Ende Jahr 3. Umsatzentwicklung: ca. 0,6 Mio. € → 2,0 Mio. € → 3,9 Mio. €; EBITDA-Break-even im Laufe von Jahr 3. Finanzierungsbedarf: 1,5–2,0 Mio. € Seed.

2 · Problem & Opportunity

2.1 Die Ausgangslage der Ästhetikärzt:innen

Tausende Ärzt:innen — Dermatolog:innen, Plastische Chirurg:innen, aber zunehmend auch Allgemeinmediziner:innen und Anästhesist:innen mit Injectables-Erfahrung — wollen raus aus Klinikdienst und KV-Hamsterrad. Die ästhetische Privatpraxis ist der attraktivste Weg: keine Kassenzulassung nötig, planbare Termine, hohe Zahlungsbereitschaft, wachsende Nachfrage. Allein 6.382 berufstätige Dermatolog:innen (Bundesärztekammer 2022) bilden den Kern der Zielgruppe; der adressierbare Pool ist deutlich größer, da Injectables fachgebietsübergreifend erbracht werden.

Doch zwischen dem Wunsch und der eigenen Praxis stehen vier Hürden:

2.2 Warum jetzt

3 · Die Lösung: Clinic in a Box

KLINIQ macht aus einem 9–18-monatigen Gründungsmarathon einen strukturierten 90-Tage-Prozess und bleibt danach der operative Partner der Praxis. Zentrales Prinzip: Die Ärztin bleibt Eigentümerin ihrer Praxis, ihrer Patientenbeziehungen und ihrer Daten. KLINIQ erbringt ausschließlich nicht-ärztliche Leistungen — rechtlich sauber, ohne Einfluss auf medizinische Entscheidungen.

3.1 Die fünf Module

Modul 1: LAUNCH — die Gründung (einmalig)

Modul 2: OS — der Betriebs-Stack (monatlich)

Modul 3: GROWTH — Patientengewinnung (monatlich, optional)

Modul 4: SUPPLY — Einkaufsgemeinschaft

Modul 5: ACADEMY & Community

3.2 Was KLINIQ bewusst nicht ist

4 · Markt

4.1 Marktgröße und Wachstum

4.2 Zielgruppe und Marktpotenzial für KLINIQ

Primäre Zielgruppe: angestellte oder teilselbständige Ärzt:innen mit Injectables-Erfahrung, 32–45 Jahre, die eine eigene ästhetische Praxis anstreben. Kernpool: 6.382 Dermatolog:innen, ca. 1.000 Plastische/Ästhetische Chirurg:innen, plus fachfremde Injector:innen (konservativ mehrere Tausend). Bei angenommen 200–300 relevanten Neugründungen pro Jahr in Deutschland und einem Zielmarktanteil von 20–30 % im Reifezustand sind 50–80 Launches p.a. realistisch — unser Plan (60 in Jahr 3) liegt innerhalb dieses Korridors.

Sekundär: bestehende Ästhetikpraxen, die nur OS, GROWTH oder SUPPLY beziehen (Land-and-Expand ohne Launch-Paket) — analog zu Boulevard/RepeatMD in den USA, die zeigen, wie groß der reine Software-/Membership-Markt ist (Boulevard: 80 Mio. USD Series D, 2025).

4.3 Referenz-Ökonomie einer Partner-Praxis

Benchmarks: Eine fokussierte Solo-Ästhetikpraxis erreicht ca. 250 T€ Umsatz; professionalisierte Standorte deutlich mehr (M1 Beauty: ca. 2,1 Mio. € Umsatz je Standort, 21,8 % EBIT-Marge). Unsere Ziel-Ökonomie für eine KLINIQ-Partnerpraxis:

KennzahlJahr 1Jahr 2Jahr 3
Umsatz450 T€750 T€1.000 T€
EBITDA-Marge (nach Arztgehalt-Äquivalent)5–10 %20–25 %25–35 %
Break-evenMonat 8–12
Startinvestment (mit KLINIQ)180–250 T€ statt 300 T€+
Time-to-Open90 Tage statt 9–18 Monate

5 · Wettbewerb & Benchmarks

5.1 USA: Die Blaupause

PlayerModellKennzahlen / Learnings
Moxie (2022)Launch-Accelerator + Software + Coaching + Einkauf; Launch-Fee + Umsatzbeteiligung (Höhe intransparent)~25,7 Mio. $ Funding (SignalFire, Lachy Groom); 500–700+ MedSpas; Launch < 30 T$ vs. 163 T$ Branchenschnitt; Top-Partner > 1 Mio. $ Umsatz bei > 40 % Marge
Portrait (2019)Legacy: Portrait trägt alle Kosten, Provider erhält bis 30 % vom Umsatz. Lite: kostenlos, Monetarisierung über Einkaufsmarge (50–60 % Rabatte)~25 Mio. $ Funding; 800–1.000 Provider; offener Konflikt mit Moxie über Patientendaten-Lock-in
Skin Clique (2018)Concierge-Modell (Hausbesuche), eigenes Training, Medical Oversight750+ Provider in 41 Staaten, gebootstrappt
Boulevard / RepeatMD / MangomintReines vertikales SaaS ohne Launch/ComplianceBoulevard: 80 Mio. $ Series D (~800 Mio. $ Bewertung); RepeatMD: 50 Mio. $; validieren die Software-Zahlungsbereitschaft
VIO / Restore (Franchise)Klassisches Franchise: 794 T$–1,3 Mio. $ Invest, 6–8 % RoyaltySchwache Zufriedenheit (Restore: 38/100), 10-fache Startkosten vs. Moxie — Enabler schlägt Franchise
Ever/Body (Kette)Own-and-Operate, 110 Mio. $ VC2025 PE-Notverkauf — Ketten-Modell kapitalintensiv, Enabler-Modell überlegen

5.2 Learnings aus den US-Schwächen (= unsere Designprinzipien)

5.3 DACH: White Space

6 · Geschäftsmodell & Pricing

Vier Erlösströme, transparent und öffentlich:

ErlösstromPreisInhalt
LAUNCH-Paket29.000 € einmaligKomplette Gründungsbegleitung bis Eröffnung (Modul 1) inkl. Academy-Onboarding
OS990 €/MonatSoftware-Stack: Booking, Akte, Foto-Doku, GOÄ-Abrechnung, Inventar, Dashboard
OS + GROWTH1.990 €/MonatOS plus Marketing-System: Local SEO, Social, Kampagnen, Membership/CRM
SUPPLYMarge im Einkauf (~10 %)Plattformkonditionen; Praxis spart netto 20–35 % ggü. Listenpreis

Plattform-Ökonomie je Partner-Praxis: Jahr 1: 29 T€ Launch + anteilige Fees + Einkauf ≈ 50–55 T€; Folgejahre: 30–40 T€ wiederkehrend (Fees Ø 18 T€ p.a. + Supply-Marge 8–12 T€ bei 80–120 T€ Einkaufsvolumen). Bruttomarge der Plattform: Launch ~50 %, OS/GROWTH ~75 %, SUPPLY ~90 % auf die Marge.

Berufsrechtliche Architektur: KLINIQ erbringt ausschließlich nicht-ärztliche Leistungen (Beratung, Software, Marketing, Einkauf) gegen feste Vergütung. Keine Beteiligung am ärztlichen Honorar, keine Weisungsrechte in medizinischen Fragen — konform mit MBO-Ä und Delegationsregeln. Rechtsgutachten vor Launch vorgesehen.

7 · Finanzplan (3 Jahre)

7.1 Annahmen

7.2 Umsatz- und Ergebnisplanung

in T€Jahr 1Jahr 2Jahr 3
Launch-Pakete2908701.740
Plattform-Fees (OS/GROWTH)754501.260
SUPPLY-Marge40200700
Academy/Sonstiges2080150
Umsatz gesamt425–6001.900–2.1003.700–3.900
Personal (6 / 14 / 22 FTE)-600-1.400-2.200
Marketing & Vertrieb-150-300-450
Tech & Produkt-150-250-350
Sonstige OpEx-100-200-300
EBITDAca. -450ca. -150ca. +500

Break-even auf Monatsbasis im Laufe von Jahr 3. Der Umsatz ist zu ca. 60 % wiederkehrend ab Jahr 3 (Fees + Supply), mit steigender Tendenz, da der Bestand an aktiven Praxen schneller wächst als die Launch-Kohorten.

7.3 Finanzierungsbedarf

Seed-Runde: 1,5–2,0 Mio. € zur Deckung des kumulierten Cash-Bedarfs (ca. 1,2 Mio. €) plus Puffer. Mittelverwendung: 45 % Team (Launch-Ops, Produkt), 25 % Produktentwicklung OS, 20 % Vertrieb/Marketing, 10 % Legal/Sonstiges. Meilenstein für Series A: 40+ aktive Praxen, > 1,5 Mio. € ARR-Äquivalent, bewiesene Partner-Ökonomie.

8 · Go-to-Market

8.1 Kanäle zur Ärzte-Akquise

8.2 Sales-Motion

Beratungsgetriebener Vertrieb mit 60–90 Tagen Zyklus: Erstgespräch → Standort-/Machbarkeitsanalyse (kostenpflichtig ab 990 €, wird bei Launch verrechnet) → Launch-Vertrag. Die kostenpflichtige Analyse qualifiziert Leads und finanziert den Vertrieb teilweise vor.

9 · Team

Max Renneberg — Gründer & CEO. Co-Founder und Geschäftsführer von Kalia Lab (3,9 Mio. € Seed von Tengelmann Ventures und YZR Capital; drei Standorte in Hamburg, Berlin und Düsseldorf; erster Standort profitabel). Seriengründer mit 15+ Jahren Company-Building-Erfahrung (u. a. Kochhaus, deltamethod, factorymarket, esanum). Max hat jeden Baustein des Klinik-Aufbaus — Standortwahl, Ausbau, Genehmigungen, Geräte, Team, Wirtschaftlichkeit — selbst verantwortet. LinkedIn

Andrea Wagner — Gründerin & CGO (Chief Growth Officer). VP Growth bei Kalia Lab. Verantwortet dort Patientengewinnung und Marke über alle Kanäle — Performance-Marketing, Local SEO, Social, CRM und Retention — unter den verschärften Bedingungen des Heilmittelwerberechts. Zuvor Marketing-Führungsrollen bei Mika und esanum sowie Stationen bei L'Oréal und Nestlé Nespresso; MSc Betriebswirtschaft (Universität Münster). Genau dieses Playbook wird als Modul GROWTH produktisiert. LinkedIn

Geplante Schlüsselrollen (mit Seed-Finanzierung): Head of Launch Operations (Praxisbau/Projektmanagement), Head of Product (OS), Ärztliche:r Direktor:in (Qualität & Academy, Teilzeit/Beirat), Legal Counsel (Medizinrecht, extern).

10 · Roadmap & Meilensteine

ZeitraumMeilensteine
Q3–Q4 2026Konzeptvalidierung mit 20+ Zielgruppen-Interviews; Rechtsgutachten Berufsrecht; 2–3 Pilot-Partner unterschrieben; Seed-Runde
H1 2027Erste 2 Pilot-Praxen eröffnet (Launch-Playbook v1); OS-MVP live (Booking, Akte, Abrechnung); SUPPLY-Rahmenverträge mit 2 Toxin-/Filler-Distributoren
H2 202710 Praxen kumuliert; GROWTH-Modul produktisiert; Academy-Curriculum v1; NPS > 60 bei Pilotpartnern
202840 Praxen kumuliert; Team auf 14 FTE; Series-A-Readiness (> 1,5 Mio. € wiederkehrender Umsatz-Run-Rate)
2029100 Praxen kumuliert; EBITDA-Break-even; Expansion Österreich/Schweiz; Evaluation Fremdkapital-Produkt (Gründungsfinanzierung mit Bankpartner)

11 · Risiken & Mitigation

RisikoMitigation
Berufsrecht (MBO-Ä): Grenzen für Einfluss Gewerblicher auf ärztliche TätigkeitArchitektur ohne Umsatzbeteiligung und ohne medizinische Weisungsrechte; Rechtsgutachten vor Launch; laufende medizinrechtliche Begleitung
Partner-Praxis scheitert wirtschaftlich (Reputationsrisiko)Strenge Partner-Selektion (klinische Erfahrung, Standort-Score, Eigenkapital); Standort-Vetorecht; Frühwarn-KPIs im OS-Dashboard
Kapitalbindung/Finanzierungszugang der Ärzt:innenKfW-/apoBank-Routinen, Leasing statt Kauf, gestaffeltes Geräte-Setup; später eigenes Finanzierungsprodukt
US-Player (Moxie) tritt in EU-Markt einFirst-Mover-Vorteil, lokale Regulatorik als Burggraben, exklusive Supply-Verträge, Community-Bindung über Mehrwert
Konjunktur: Ästhetik ist diskretionärer KonsumInjectables zeigen historisch robuste Nachfrage („Lipstick-Effekt“); Fokus auf wiederkehrende Behandlungen (Botulinum-Zyklus 3–4 Monate)
Schlüsselpersonen-Abhängigkeit (Gründer)Frühzeitige Dokumentation des Playbooks als Produkt (nicht als Personenwissen); ESOP für Kernteam

12 · Quellen (Auswahl)